Home        Sitemap        Seiteninhalt        Ansicht anpassen
ZUKUNFT SCHENKEN –UNTERNEHMEN HELFEN KINDERN

ZUKUNFT SCHENKEN –UNTERNEHMEN HELFEN KINDERN

Rund 100 Millionen Euro spenden österreichische Unternehmen mit bis zu 249 Beschäftigten jährlich. Sie leben damit nicht nur ihre soziale Verantwortung beispielhaft vor, sondern ermöglichen auch mit Spenden und Sponsorings die Arbeit zahlreicher NGOs. Die gezielte Förderung von Kindern und deren Ausbildung ist österreichischen Unternehmen ein persönliches Anliegen. Kein Wunder, denn das Spenden für Bildungszwecke sorgt nachhaltig für neue Perspektiven.

BILDUNGSOFFENSIVE IM SÜDSUDAN
Die Caritas setzt sich in zahlreichen Projekten sowohl in Österreich als auch in den Entwicklungsländern für Bildungsfragen und die Förderung von Kindern ein. Regelmäßig zu Schulbeginn werden auch hierzulande einkommensschwache Familien unterstützt. Unter dem Motto „LehrerInnen für eine nachhaltige Perspektive“ werden Spenden für die Ausbildung von PädagogInnen im Südsudan gesammelt. „Nach über 30 Jahren Bürgerkrieg ist im Südsudan eine ganze Generation ohne formale Bildung aufgewachsen“, erklärt Mag. Anna Koppitsch, die bei der Caritas für Fundraising verantwortlich zeichnet: „Über 75 Prozent der Bevölkerung sind Analphabeten. Derzeit fehlen im jüngsten Land der Welt etwa 75.000 ausgebildete Lehrkräfte.“ Aus diesem Grund unterstützt die Caritas seit 2009 das Teacher Training College in Juba. Mit einer Unternehmensspende von 5.000 Euro kann eine LehrerInnenausbildung inklusive Verpflegung und Unterkunft für ein Jahr finanziert werden. Davon profitieren nicht nur die Kinder, sondern auch die angehenden Lehrkräfte, denn bei ihnen handelt es sich oft um junge Menschen mit Fluchthintergrund, die durch die Ausbildung eine neue Perspektive bekommen.

SCHULKLUBS FÜR WAISENKINDER IN BURUNDI
„Hilfe vor Ort, besonders Hilfe zur Selbsthilfe, ist zur globalen Notwendigkeit geworden“, ist Roland Tscheinig überzeugt. Der Gründer, Eigentümer und Geschäftsführer des IT-Dienstleisters Objentis Software Integration GmbH kooperiert deshalb schon seit Jahren mit der Organisation CARE, aktuell, um ein Projekt in Burundi zu unterstützen, das Kinder und Jugendliche – viele von ihnen Waisenkinder – in Schulklubs fördert. Burundi zählt zu den ärmsten Ländern der Welt und leidet unter den verheerenden Folgen eines politisch-ethnischen Konflikts, der seit 1993 schwelt, dazu kommen die desaströsen Effekte von HIV/AIDS. Insgesamt 900.000 Kinder in Burundi haben keine Eltern. Drei Viertel der besonders schutzbedürftigen oder HIV-infizierten Waisen müssen in erweiterten Familienverbänden leben. Oft können die grundlegendsten Bedürfnisse nicht gestillt werden, und Schulbildung ist selten. Ziel des von CARE angestoßenen Projekts ist es, durch Schulklubs ein Freizeit- und Ausbildungsumfeld für diese besonders gefährdeten Kinder aufzubauen. Diese sollen durch soziokulturelle und sportliche Aktivitäten in Schulen und Jugendzentren ein förderndes Umfeld für ihre Entwicklung erhalten. Der Kauf von TV-Geräten, DVDs und CDs gehört ebenso dazu wie die Ausstattung mit Generatoren. Durch die Möglichkeit, Billard, Tischtennis und Fußball zu spielen oder Musik zu machen beziehungsweise Bücher in den Schulklubs zu lesen, sollen so viele Jugendliche wie möglich aus der Umgebung angezogen und in die soziokulturellen


Schulklubs in Burundi: Das von CARE initiierte Ausbildungsprojekt für gefährdete Kinder wird vom IT-Dienstleister Objentis unterstützt.

HILFE ZUR SELBSTHILFE
Das Projekt von CARE soll benachteiligten Jugendlichen einen besseren Start ins Leben ermöglichen. Wichtig ist dabei das Prinzip Hilfe zur Selbsthilfe: Die Jugendlichen lernen, wie man Konflikte löst und wie sie ihr Leben erfolgreich meistern können. Zusätzlich liefert das Erlernen von Anbaumethoden in Schul- und Küchengärten einen Beitrag zur Versorgung mit Nahrung. „Die Unterstützung für eine Weiterentwicklung in den von CARE betreuten Projektgebieten ist unumgänglich zur Erreichung eines weltweit ausgewogenen Wohlstands“, ist Objentis-CEO Tscheinig überzeugt. „Um dies zu erreichen, sehen wir besonders die Stärkung von Frauen in den unterschiedlichen Regionen als zentralen Ansatzpunkt. Frauen als verlässliche Verantwortliche für sich, ihre Familien und ihre Gesellschaft sind der Garant für einen nachhaltigen Erfolg.“ Doch nicht nur das Management, sondern auch die Mitarbeiter des IT-Dienstleisters mit Sitz in Wien stehen hinter dem Projekt: „Weil wir wissen, dass nachhaltige Entwicklung einen ,langen Atem‘ erfordert, unterstützen wir regelmäßig Projekte von CARE. Dafür ermöglichen wir auch unseren MitarbeiterInnen, einen monatlichen Betrag ihres Gehalts für soziale Vorhaben zweckzuwidmen – und wir verdoppeln diesen Beitrag!“

FAMILIEN AN DER ARMUTSGRENZE UNTERSTÜTZEN

Dass es nicht nur in Entwicklungsländern, sondern auch hierzulande Kinder und Babys gibt, die aufgrund der Mittellosigkeit ihrer Eltern nicht optimal gefördert werden, wird von großen Teilen der Bevölkerung ausgeblendet. Mit dem Projekt „Damit jedes Baby gesund is(s)t“ möchte der Samariterbund KonsumentInnen und KundInnen der Drogeriekette dm auf die Situation von Familien an der Armutsgrenze aufmerksam machen und sie als Spender gewinnen. Anlässlich des 40-jährigen Jubiläums von dm drogerie markt hat das Unternehmen diese CSR-Initiative zum Thema Nachbarschaftshilfe gestartet. „Die Initiative {miteinander} von dm drogerie markt möchte die Welt von Menschen, die besondere Bedürfnisse haben oder in schwierigen Lebenslagen sind, ein kleines Stück besser machen. Wir freuen uns über die große Bereitschaft unserer Partner und Kunden, hier mit anzupacken“, sagt Sara Brandauer, mitverantwortlich bei dm für die Initiative {miteinander}.


Gesunde und glückliche Babys: Der Samariterbund und dm unterstützen Kinder aus armutsgefährdeten Familien mittels Spendenrundung.

CORPORATE VOLUNTEERING FÜR GESUNDE BABYS
dm-KundInnen haben in mehreren Filialen in Wien und Niederösterreich die Möglichkeit, beim Bezahlen der eigenen Einkäufe ein Babyprodukt „mitzukaufen“. Der gespendete Betrag wird an der Kassa registriert. Der Samariterbund erhält nach Beendigung der Aktion Produkte von dm im Wert der Spenden. Zusätzlich geht von jeder verkauften {miteinander}-Stofftragetasche, die bei dm erworben wurde, ein Euro an das Projekt des Samariterbundes. Die Spendenaktion lief bis Ende September, im Oktober wurde die Babynahrung im Rahmen einer Veranstaltung im Sozialmarkt an bedürftige Familien verteilt. Darüber hinaus packen dm-MitarbeiterInnen seit September in den Sozialmärkten kräftig mit an. „Jedes Kind hat das Recht auf Gesundheit und Wohlbefinden“, so Martina Svihan, Leiterin der dm-Filiale Meidlinger Hauptstraße 70. „Wir sind überzeugt: Wer Kindern Gutes tut, investiert sein Engagement besonders sinnvoll. Ich freue mich über die Kooperation mit der Drogeriekette dm und die Unterstützung durch die Kundinnen und Kunden und bedanke mich für diese großartige Aktion“, sagt Oliver Löhlein, Geschäftsführer des Samariterbundes Wien.

BARRIEREFREI NATUR ERLEBEN
Die unberührte Natur rund um den Erlebnispädagogik-Bauernhof in Tschechien auch für Kindern mit Einschränkungen zugänglich zu machen, das ist Peter Begsteiger ein besonderes Anliegen. Daher initiierte der Geschäftsführer des Kinderhilfswerks das sympathische Projekt „Naschweg“, das es Kindern im Rollstuhl erlaubt, ohne Hilfe von Betreuern Beeren zu pflücken und zu naschen. „Erlebnispädagogik ist meines Erachtens ein wichtiger Bestandteil in der Jugendarbeit, egal, ob die Kinder im Rollstuhl sitzen oder nicht“, erklärt Begsteiger. „Mit Hilfe von Gruppenerfahrun- gen in der Natur wird die Entwicklung sozialer Kompetenzen unterstützt. Erlebnispädagogik findet deshalb auch in der Behindertenpädagogik immer mehr Zuspruch, weil sowohl eine selbstbestimmte Lebensgestaltung unterstützt wird, als auch generell das Selbstwertgefühl gesteigert wird.“

BEWEGTERER LEBENSSTIL
Viele Kinder – mit oder ohne Behinderung – bewegen sich heute viel lieber in virtuellen Welten, Aufenthalte in der Natur werden mitunter wenig geschätzt. Als umso wichtiger empfindet Peter Begsteiger die Motivation von Kindern zu einem „bewegteren“ Lebensstil: „Das Ausmaß an körperlicher Inaktivität ist in der heutigen Zeit unter Kindern und Jugendlichen generell so hoch wie nie zuvor“, argumentiert Begsteiger. „Computer- und Mediensucht sind Phänomene, welche in den letzten Jahren definitiv zugenommen haben. Gerade gehbehinderte Kinder versinken nur allzu leicht in der virtuellen Welt, weil Sie hier etwas gefunden haben, wo sie gleich gut sind wie Kinder, welche problemlos laufen können. Wir holen mit dem Naschweg und unserem Erlebnispädagogik-Bauernhof die Kids aus dieser Komfortzone und motivieren sie zum aktiven Gestalten ihres Lebens.“

„Um Armut nachhaltig zu lindern, ist Bildung einer der wichtigsten Grundsteine. Daher schnüren wir unter dem Motto ,Schenken mit Sinn‘ Packages für Unternehmen, für die wir je nach Kernkompetenz die passenden Projekte aussuchen.“ Mag. Stefan Gormász, Caritas CSR & Unternehmenskooperationen


Naschweg: Gruppenerfahrungen in der Natur für alle Kinder, auch im Rollstuhl, auf dem Erlebnispädagogik-Bauernhof werden vom Kinderhilfswerk
ermöglicht.

UNTERNEHMEN SPENDEN UND PACKEN AN
Kooperationen des Kinderhilfswerks mit Unternehmen gibt es bereits einige, die sich unterschiedlich gestalten: „Manche Unternehmen helfen durch Geld- oder Materialspenden. Andere, wie im Fall von Tannpapier, wollen auch persönlich Hand anlegen, die Mitarbeiter integrieren und sich vor Ort ein Bild über die unterstützten Projekte machen“, erzählt Begsteiger. „Egal, wie die Kooperation aussieht, meiner Erfahrung nach wird eigentlich immer eine Win-win-Situation für Gesellschaft und Unternehmen erreicht, weil die soziale Verantwortung des Unternehmens bewusster wahrgenommen wird.“ Und noch eine Beobachtung konnte der Geschäftsführer des Kinderhilfswerks machen: „Bei Projekten, wo die Firmenbelegschaft vor Ort mithilft, konnte ich auch positive Effekte bezüglich Teambildung im Unternehmen beobachten. Die begeisterten Mitarbeiter lernen einander besser kennen, das Zugehörigkeitsgefühl wird gestärkt und die Unternehmenskultur wird positiv beeinflusst.“

KINDER SIND UNSERE ZUKUNFT

Warum sich Unternehmen für die Förderung von Kindern engagieren sollten, darüber muss Peter Begsteiger nicht lange nachdenken: „Ganz einfach: Kinder sind unsere Zukunft. Wenn wir heute in die Gesundheit junger Menschen investieren, verändern wir nachhaltig die Welt von morgen“, ist sich Peter Begsteiger sicher: „Allerdings sehe ich Unterstützungsbedarf nicht nur für Kinder im Rollstuhl, sondern bei allen benachteiligten Kindern.“ Darum liegt der Schwerpunkt des Kinderhilfswerks weniger bei körperlichen Einschränkungen, sondern viel mehr in der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen: „Das Kinderhilfswerk ist auf Spenden von Privatpersonen und Firmen angewiesen, weil wir keinen staatlichen Förderungen bekommen. Der Bedarf an Psychotherapie steigt jährlich, doch unsere finanziellen Mittel sind begrenzt. Wenn sich Unternehmen für unsere Kinder in Österreich engagieren, helfen sie effektiv, dass die Zukunftschancen vieler Kinder verbessert werden.“

BEGEGNUNGSZONE FÜR ALLE KINDER
Peter Begsteiger betont, dass Projekte wie der Erlebnispädagogik- Bauernhof und der Naschweg nicht ausschließlich für Rollstuhlfahrer gedacht sind, sondern auch eine Begegnungszone für Menschen mit und ohne Behinderung sind. „Auch nicht gehbehinderte
Kinder profitieren von diesem Weg bei unseren Kinderlagern: Egal, ob zum Gokart fahren oder für ferngesteuerte Modellautos.“

Redaktion: cpg - corporate publishing group, Foto: (c) Caritas / Sebastian Philipp, CARE, ÖASB/dm, Kinderhilfswerk

Anmelden       Copyright FVA, 2018    Zum Seitenanfang