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SO SPENDET ÖSTERREICH

SO SPENDET ÖSTERREICH

 

Neben den Privatspenden, welche die breite Akzeptanz der heimischen Hilfsorganisationen in der Bevölkerung widerspiegeln, gewinnen in den letzten Jahren auch die Finanz- und Sachzuwendungen der Unternehmen an Bedeutung.

Wie, warum und von wem gespendet wird, lässt der Fundraising Verband Austria regelmäßig von führenden Marktforschungsinstituten erheben. Denn ob im Privat- oder im Unternehmensbereich: Zahlen spiegeln Fakten, Veränderungen und Trends in der heimischen Spendenlandschaft sehr deutlich wider.

Zur Unternehmensseite etwa hat das Marktforschungsinstitut Public Opinion, das sich schon seit 1996 intensiv mit dem Thema Spenden befasst, zuletzt aussagekräftige Umfrageergebnisse publiziert. Daraus geht die wachsende Bedeutung von Unternehmen als Unterstützer karitativer Einrichtungen hervor: 83 % der befragten Firmen haben im Jahr zuvor gespendet oder gesponsert, hochgerechnet ergibt das einen Betrag von rund 100 Mio. Euro an Spenden jährlich. Durchschnittlich spenden Österreichs mittelständische Unternehmen jährlich zwischen 2.000 und 2.500 Euro. Deutlich wird auch, dass es dabei nicht nur um – hierzulande noch viel zu wenige eher vereinzelte – Großspenden von Konzernen geht, sondern vor allem um die zahlreichen und oft regelmäßigen Spenden und Sponsoringleistungen der kleineren und mittleren Betriebe. Doch wie packen diese Unternehmen die Sache an und wofür setzen sie die Mittel am liebsten ein?

Unternehmensspenden: Kreative neue Wege
„Das Engagement der Unternehmen beschränkt sich nicht nur auf Geld- und Sachspenden. In der Wahrnehmung ihrer sozialen Verantwortung beschreiten immer mehr österreichische Unternehmen neue und oft auch kreative Wege“, sagt Bernhard Hofer, Geschäftsführer von Public Opinion. Viele Firmen haben erkannt, dass ihr wirtschaftlicher Erfolg nicht allein von kurzfristiger Profitmaximierung abhängt; Umweltschutz, soziale Themen und die Wahrnehmung von Verbraucherinteressen gehören ebenso dazu. Um ihren Teil zum gesamtgesellschaftlichen Engagement beizutragen, kooperieren sie häufig mit Hilfsorganisationen und regionalen Initiativen. „Beispielsweise unterstützt jedes zweite Unternehmen Hilfsorganisationen nach eigenen Angaben durch Sponsoring“, so Hofer. Knapp ein Viertel führt Veranstaltungen zugunsten einer Hilfsorganisation durch und bei rund 14 % werden die durch Mitarbeiteraktivitäten erbrachten Spenden vom Unternehmen verdoppelt.

Auf Verkaufsförderungsmaßnahmen setzen laut Public Opinion 6 % der Unternehmen. Dabei geht ein bestimmter Anteil des Verkaufserlöses an eine Hilfsorganisation.  Geldspenden entfallen in erster Linie auf Kinderhilfe, Sportförderung, Natur-, Klima- und Umweltschutz sowie sozial Bedürftige im Inland. Die meisten Sachspenden gehen an Projekte für sozial Bedürftige im Inland, Kinder und Behinderte. Personalspenden kommen vor allem der Kategorie „Jugendliche“ und in weiterer Folge den Bereichen Natur-,Klima und Umweltschutz, Katastrophenhilfe im Inland, Sportförderung sowie Alte Menschen zugute. Das Argument „Wir wollen der Gesellschaft etwas zurückgeben“ liegt bei rund 35 % der Unternehmen gleichauf mit der Sympathie für die Organisation.

Spendentrends Össterreich

Privatspenden: Tendenz steigend
Im Bereich der Privatspenden ist Österreich vom Aufkommen her nicht – wie gerne behauptet – der viel zitierte „Spendenweltmeister“, sondern ein Land der Kleinspenderinnen und -spender: Es spenden überproportional viele Menschen schwächerer Einkommensschichten, während Großspenden nahezu fehlen. Erfreulich ist, dass die Tendenz des Privatspendenaufkommens steigend ist.

Bereits 2015 konnte gegenüber 2014 ein Anstieg um 25 Mio. Euro verzeichnet werden (von 600 Mio. Euro 2014 auf 625 Mio. Euro 2015). Auch das Spendenjahr 2016 begann mit einem leichten Wachstum gegenüber dem Vorjahr. Durchgehend alle Spendenbereiche verbuchten im Jänner 2016 ein höheres Aufkommen als im selben Zeitraum 2015. In den folgenden Monaten war das Aufkommen in nahezu allen Bereichen über dem Vorjahresniveau.

Insgesamt war das Spendenjahr 2016 in der öffentlichen Wahrnehmung durch die Spendenaufrufe für die Flüchtlingshilfe im In- und Ausland geprägt. Die Österreicherinnen und Österreicher unterstützten die Organisationen bei ihren Hilfsaktionen mit einem einmaligen Engagement in Form von Geld-, Sach- und Zeitspenden. Generell finden sich bei den Spendenthemen Kinder (rd. 29 %), Tiere (rd. 22 %) und die Katastrophenhilfe an vorderster Stelle bei der Beliebtheit der Privatspender. Vom vierten Platz verdrängt wurden Kirchen/religiöse Vereinigungen (13 %) vom Thema Obdachlose/Bettler, das um 3 % auf rund 15 % hinzugewonnen hat. Ebenso trat das Thema „Sozial Benachteiligte“ mit rd. 12 % stärker in den Vordergrund.

Nach wie vor spendet man hierzulande Geld am liebsten per Erlagschein; dieser liegt im Ranking der beliebtesten Geldspenden mit rund 26 % an erster Stelle. Besonders beliebt ist er bei Frauen sowie der Altersgruppe 60+. Rund 15 % der Bevölkerung gaben einem Bettler Geld, 19 % spendeten bei einer Kirchensammlung und an der Wohnungstür taten das rund 18 %. Letzteres ist in ländlichen Gebieten deutlich üblicher als in Städten. Bei den Sachspenden ist die häufigste Form die Altkleidersammlung. Rund 15 % der Befragten spendeten diverse Sachwerte, auch angeregt durch die Flüchtlingswelle. 14 % spendeten Blut.

Die Gründe für das Spenden sind vielfältig und nicht auf einzelne Motive reduzierbar. Nahezu unverändert gegenüber den Vorjahren sind die drei Hauptmotive: Sicherheit, dass die Spende zweckgemäß ankommt, Sympathie für die Organisation sowie Solidarität mit den Armen und Schwachen.
 

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