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MIT VOLLGAS FÜR DEN GUTEN ZWECK

MIT VOLLGAS FÜR DEN GUTEN ZWECK

 

Harte Burschen, weiches Herz: Jahr für Jahr ziehen gestandene Biker ehrenamtlich an unzähligen Fäden, um im Zuge der Harley-Davidson-Charity-Tour österreichweit tolle Events auf die Beine zu stellen. Die dabei gesammelten Spenden kommen behinderten und muskelkranken Kindern zugute.

Heuer war es für Peter Reitzl das 15. Mal. Aber immer noch schlägt das Herz des Kärntners höher, wenn die jährliche Harley-Davidson-Charity-Tour naht. „Es ist einfach ein grandioses Erlebnis“, strahlt der Präsident des Harley-Davidson-Charity-Fonds. Der karitative Verein, der 1995 von Ferdinand O. Fischer in Wien gegründet wurde, hat hierzulande mittlerweile einen ähnlich hohen Bekanntheitsgrad wie die Marke Harley Davidson weltweit. Schließlich ist er, ganz in deren Tradition, weder zu überhören noch zu übersehen.

Easy Rider im Dienst der guten Sache, so könnte man das Vereinsziel salopp zusammenfassen. Wenn hunderte Burschen – und auch Mädls – auf ihren Harleys von Ort zu Ort donnern, geht die Post ab. Nur: Vorurteile gegen Zweiradfahrer werden nicht bedient. Sicher gehören Lederkluft, tätowierte Muskeln, röhrende Motoren auch dazu. Doch laut sind die aus allen Lebensbereichen kommenden Biker für die Leisen.

Mithilfe namhafter Sponsoren, für die der Fonds eigene CSR-Unterstützungspakete bereithält, sammeln sie auf den mit illustren Events verbundenen Stationen ihrer Tour Spenden für Menschen mit Muskeldystrophie. In erster Linie sind das Kinder und junge Erwachsene. Mit österreichweit etwa 20.000 Betroffenen ist die seltene, oftmals vererbte Erkrankung in der öffentlichen Wahrnehmung kaum präsent. Und wäre es noch weniger, wenn der Harley-Davidson-Charity-Fonds nicht für Aufmerksamkeit sorgte. Die Umwandlung von Muskelzellen in Fettzellen schreitet bei dem tragischen Gendefekt stetig fort und geht mit schwerwiegenden Behinderungen einher.

Muskeldystrophie ist bislang unheilbar. „Wir möchten den Betroffenen und ihren Familien das Leben erleichtern“, betont Reitzl. Die Charity-Tour ist genauso Mittel zum Zweck wie Ausdruck des Harley-Lebensgefühls. Eine Mischung mit großer Zugkraft:„230.000 Euro hat sie uns heuer eingebracht“, so Reitzl zufrieden. Weil die Veranstaltung immer größer wird, möchte der oberste Charity-Biker die Landesorganisationen, die so genannten Chapter, künftig verstärkt einbinden.

Erleichterung im Alltag und bessere Behandlungsmöglichkeiten
Das Geld kommt direkt den Kindern zugute. „Jeder Antrag auf Unterstützung wird ärztlich geprüft, und nach Stattgabe durch den Vorstand begleichen wir den von uns zuerkannten Anteil an der Rechnung.“ Beispielsweise für einen Treppenlift, ein behindertengerechtes Fahrzeug, einen Badezimmerumbau, ein Spracherkennungsgerät oder einen so hoch spezialisierten Rollstuhl, dass das öffentliche Gesundheitswesen die Kosten nicht tragen kann. „Dadurch können die Eltern so lange wie möglich selbst für ihr Kind sorgen und es erlaubt die Teilhabe am normalen Alltag, etwa den Schulbesuch.“ 55 solcher Projekte waren es im Vorjahr.

Ein Teil der Spenden geht an medizinische Einrichtungen, die sich mit der Erforschung dieser Krankheit beschäftigen. Ein Kooperationspartner ist die Medizinische Universität Wien, für die der Fonds mit Unterstützung der Firma Nikon Instruments ein Spezialmikroskop angekauft hat. „Damit haben wir dazu beigetragen, dass Wien zum drittwichtigsten Standort für Muskelforschung geworden ist“, so Reitzl. Seit Kurzem sei in Österreich auch ein Medikament zugelassen, das den Prozess verlangsamen könne. „Solche Dinge geben Hoffnung.“

Aber nicht nur in der Spendenverwaltung arbeiten viele Freiwillige. Bevor sich Reitzl zum zweitägigen Kick-off und zur sechstägigen Tour im Sommer auf seine Screamin’ Eagle Ultra Glide schwingt, haben sich zahlreiche Biker in ganz Österreich fast ein Jahr lang ehrenamtlich deren Organisation gewidmet. Namensgeber und Hauptsponsor des Fonds ist die Harley Davidson Company. Sie stiftet alljährlich eine wertvolle Harley zur Verlosung auf der Abschlussgala im Herbst.

Promis auf Kult-Bikes als Tour-Botschafter
Wenn sich der Tross in Bewegung setzt oder an den Eventstandorten mit dem Publikum zusammentrifft, spiegelt er das Zusammenwirken aller Beteiligten. Gut möglich also, dass neben den Kult-Bikes der Community die behinderte Daniela in ihrem rein mittels Joystick gesteuerten Fahrzeug auftaucht, schnittige Retro-Modelle oder Lautsprecher-Fahrzeuge von Sponsoren mitrollen oder Prominente sich auf Harleys zeigen. Durchaus oft eigenen. „Für ihre großartige Unterstützung stellen wir unseren prominenten Charity-Tour-Botschaftern zwar gern einen fahrbaren Untersatz zur Verfügung, aber die Harley-Begeisterung kann ansteckend sein“, schmunzelt Reitzl. „Harleys sind ja Kult.“ Maya Hakvoort, Dorian Steidl, Christian Clerici, Wolfgang Fierek, Jürgen Maurer, Hans Knaus oder Dominik Heinzl seien nur einige Paradebeispiele unter vielen mitwirkenden Stars, die selbst so ein Prachtstück besitzen.

Ein Erlebnis für alle
„Auch die Familien mit den betroffenen Kindern kommen zu den Events“, erzählt Reitzl. „Und wir fahren durch wunderschöne Gegenden, erleben berührende Momente, jede Menge Action und tolle Musik.“ So hat Daniel Seehofer heuer eigens den Song „HD-Charity“ komponiert und mit seiner Band Lee’s Revenge performt. Bei der Ausgabe von Merchandising-Produkten gegen Spenden rennt der Schmäh. „Wir sind für jeden offen, nicht nur für Harley-Fahrer“, sagt Reitzl. „Dieses überwältigende Gruppengefühl, diese Mitmenschlichkeit möchten wir mit allen teilen.“

 

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