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„Es zählt nicht nur die Quantität!“

„Es zählt nicht nur die Quantität!“

Dr. Kapsch, Ihr Unternehmen unterstützt das St. Anna Kinderspital. Wie kamen Sie auf die Idee, sich im Bereich Kinderkrebsforschung zu engagieren?
Kari Kapsch: Wir hatten schon vor diesem Projekt einmal mit dem St. Anna Kinderspital kooperiert und dabei gute Erfahrungen gemacht. Als wir von diesem Krebsforschungsprojekt gehört haben, bin ich hingefahren, habe es mir angesehen und fand es unterstützenswert. Zudem ist meine Frau als „gelbe Tante“ zur Unterstützung von Familien im Spital aktiv.

Seit 2013 besteht zwischen der Kapsch Group und der St. Anna Kinderkrebsforschung ein Fördervertrag, der drei Jahre läuft. Sind danach weitere Aktivitäten geplant?
Kapsch: Das Projekt läuft und derzeit ist nichts Weitergehendes vereinbart – wir werden zum gegebenen Zeitpunkt prüfen, ob wir uns bei St. Anna weiterhin engagieren.

Wirkt sich die hohe Steuerbelastung Ihrer Ansicht nach kontraproduktiv auf die Spendenbereitschaft der Unternehmen aus?
Kapsch: Die Steuerlast auf die Unternehmen selbst liegt in Österreich im internationalen Durchschnitt, die auf die Unternehmer selbst ist hoch. Im Prinzip sind solche Förderungen steuerlich absetzbar, sofern die Einrichtung auf der vom Finanzministerium herausgegebenen Liste der begünstigten Spendenempfänger angeführt ist. Soziale Einzelfälle zu unterstützen ist schwieriger. Wir tun dies zum Beispiel für in Not geratene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Ist demnach die steuerliche Absetzbarkeit Ihrer Meinung nach eine gute Motivation für Unternehmen, tätig zu werden?
Kapsch: Die Motivation, sich sozial zu engagieren, ist das Ausschlaggebende. Die steuerliche Absetzbarkeit ist positiv, aber nicht der Motor hinter einem solchen Engagement.

Gibt es bei Ihren Corporate-Social-Responsibility-Aktivitäten Berührungsängste seitens des Managements in der Zusammenarbeit mit Non-Profit-Organisationen? Spricht man überhaupt dieselbe Sprache?
Kapsch: Warum sollte es denn Berührungsängste geben? Kapsch engagiert sich ja in unterschiedlichen CSR-Feldern wie zum Beispiel im Kulturbereich oder bei anderen sozialen Einrichtungen, auch im internationalen Umfeld, vor allem im Bereich Bildung und Ausbildung für Jugendliche. Und unser Engagement ist ein kontinuierliches, das wir bereits über viele Jahre verfolgen.

Geht das Engagement für das Gemeinwohl meist von einer Führungsperson aus oder gibt es wirklich Unternehmen, die soziales Engagement in ihrer DNA haben?
Kapsch: Die Führungskräfte sind de facto die DNA eines Unternehmens, sie gestalten die Unternehmenskultur und leben sie vor. Kapsch ist ja ein eigentümergeführtes Unternehmen – da haben wir großen Gestaltungsspielraum.

Hat man als Manager eines international agierenden Unternehmens in wirtschaftlich schwierigen Zeiten überhaupt die Muße, sich mit dem Thema Corporate Social Responsibility zu beschäftigen?
Kapsch: In einem wirtschaftlich ruhigen Fahrwasser fällt es leichter, sich auch finanziell im Bereich CSR zu engagieren. Wenn es wirtschaftlich kritisch ist, richtet sich der Fokus verstärkt nach innen, auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, insbesondere wenn z. B. Stellenabbau nötig ist.


Werden aktuelle Krisen wie etwa der Krieg in Syrien und die damit verbundene humanitäre Katastrophe und das Flüchtlingsdrama in Traiskirchen in Vorstandssitzungen der Kapsch AG thematisiert?
Kapsch: Wenn die Auswirkungen groß sind und wir handeln können, dann ja. Um ein Beispiel aus der Vergangenheit zu nennen: Bei der Hochwasserkatastrophe in Österreich im Jahr 2013 haben wir im Vorstand Unterstützungsleistungen beschlossen.

Haben österreichische Unternehmer Hemmungen, über gemeinnützige Tätigkeiten zu reden? Oder herrscht die Devise: „Tue Gutes und rede darüber …“
Kapsch: Österreich ist ja das Land der Spendenfreudigen! Ja, man sollte meiner Ansicht nach darüber sprechen, aber in einem angemessenen Stil und nicht marktschreierisch. Ich habe zum Beispiel für ein soziales Projekt eine große Spende getätigt, wollte aber nicht, dass das auf die große Glocke gehängt wird. Ich spreche darüber, will es aber nicht vermarktet sehen.

Kann es Ihrer Meinung nach Reichtum ohne Armut geben?
Kapsch: Armut ist nicht gleich Armut und Reichtum ist nicht gleich Reichtum, denn es geht nicht allein um die Quantität. Ein genereller sozialer und finanzieller Wohlstand ist anstrebenswert.

Wenn Sie eine NPO managen müssten: Wo würden Sie ansetzen und wie würden Sie Ihr gemeinnütziges Engagement kommunizieren?
Kapsch: Ich bin Unternehmer und würde wohl eine Non-Profit- Organisation ebenso straff führen wie das eigene Unternehmen. In der Öffentlichkeitsarbeit sehe ich die Herausforderung darin, bei Spendenaufrufen nicht dem „Schnorrer“-Image anheimzufallen,
mit guten Kampagnen Aufmerksamkeit zu schaffen, jedoch adäquate finanzielle Mittel einzusetzen. Es darf ja nicht der Eindruck entstehen, dass Spendengelder unverhältnismäßig in Marketing und PR fließen.


COO Dr. Kari Kapsch setzt in den CSR-Aktivitäten der Kapsch Group auf kontinuierliches Engagement.

Kapsch Group
Kapsch gehört zu den erfolgreichsten Technologieunternehmen Österreichs mit globaler Bedeutung in den Zukunftsmärkten Intelligent Transportation Systems (ITS), Railway und Public Operator Telecommunications sowie Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT). Zur Kapsch Group zählen die drei Schlüsselgesellschaften Kapsch TrafficCom, Kapsch CarrierCom und Kapsch BusinessCom. Als Familienunternehmen mit Sitz in Wien steht Kapsch seit mehr als 100 Jahren für die konsequente Entwicklung und Implementierung neuer Technologien zum Nutzen seiner Kunden. Mit einer Vielfalt von innovativen Lösungen und Dienstleistungen leistet Kapsch einen wesentlichen Beitrag zur verantwortungsbewussten Gestaltung einer mobilen und vernetzten Welt. Die Unternehmen der Kapsch Group beschäftigen in ihren weltweiten Niederlassungen und Repräsentanzen rund 5.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Weitere Informationen: www.kapsch.net

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