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„ANDEREN ZU HELFEN, HILFT IMMER AUCH EINEM SELBST.“

„ANDEREN ZU HELFEN, HILFT IMMER AUCH EINEM SELBST.“

Wie nehmen Sie als erfolgreiches Unternehmen soziale Verantwortung wahr?
Irene Ströck: Soziale Verantwortung und soziales Engagement ist uns bei Ströck ein wichtiges Anliegen und hat bereits eine lange Tradition. Als Familienunternehmen gehören für uns gemeinsame Leistungen, Zukunftsorientierung, Vertrauen und Verlässlichkeit zu den grundlegenden Unternehmenswerten. Wir sind davon überzeugt, dass es enorm wichtig ist, als Unternehmer/ Unternehmerin den Erfolg auch mit anderen zu teilen und sozial schwächer gestellte Menschen – vor allem Kinder, die es nicht leicht im Leben haben – zu unterstützen. Unter sozialer Verantwortung verstehen wir aber nicht nur die Unterstützung karitativer Einrichtungen, sondern auch die Nutzung lokaler und regionaler Ressourcen für die Herstellung unserer Produkte, die Förderung unserer Mitarbeiter und Lehrlinge sowie das Unterstützen von Fairtrade-Produkten. 2006 waren wir beispielsweise das erste Unternehmen, das beim Kaffee nicht nur auf Bio, sondern auch auf Fairtrade setzte. Denn wir verstehen Nachhaltigkeit über alle geografischen Grenzen hinweg und sind der Überzeugung, dass Fairness und Genuss keinen Widerspruch darstellen.


IRENE STRÖCK: „Alle Kinder sollen Zugang zu Bildung erhalten – unabhängig vom Einkommen ihrer Eltern.“

Allen Wienerinnen und Wienern ist wohl Ströcks „Weihnachtsbim“ bekannt. Wie kamen Sie darauf, Kinderhilfsprojekte zu fördern?

Ströck: In unserer langjährigen Kooperation mit den Wiener Linien unterstützen wir Jahr für Jahr großartige karitative Projekte. Letztes Jahr kam der gesamte Ticketerlös der sozialen Initiative „Lernen macht Schule“ zugute. Es ist uns enorm wichtig, dass alle Kinder und Jugendlichen Zugang zu bestmöglicher Bildung erhalten – unabhängig vom Einkommen ihrer Eltern. Die 2010 gegründete Initiative „Lernen macht Schule“ tritt gegen die Tatsache an, dass Armut im Elternhaus die Bildungschancen massiv einschränkt. Studierende und Kinder aus sozial benachteiligten Bevölkerungsgruppen lernen mit- und voneinander – so werden Bildung und Integration vorangetrieben. 2014 konnten wir der Initiative „Herzkinder Österreich“ mit der „Ströck-Weihnachtsbim“-Aktion zur Seite stehen. Diese Organisation leistet großartige Arbeit, denn sie fängt Familien in Zeiten von Unsicherheit und Ratlosigkeit auf, berät sie in allen nichtmedizinischen Anliegen und begleitet sie ein Stück auf ihrem Weg. 2013 haben wir die Initiative „Mama/Papa hat Krebs“ gefördert. Wir finden den Leitgedanken dieser Einrichtung sehr gut, da bei einer Krebsdiagnose eines Elternteils oft nicht klar ist, wie man dies den eigenen Kindern erklären soll, die sich ja ebenfalls in einer Ausnahmesituation befinden. Projekte wie dieses stehen Kindern und deren Eltern bei einer Krebsdiagnose beratend zur Seite und helfen bei der Bewältigung dieser schwierigen Zeit. Krebs kann schließlich jeden von uns treffen.

So traurig es auch ist: Jedes 100. Baby kommt mit einer Herzfehlbildung zur Welt. „Herzkinder Österreich“ unterstützt verzweifelte Angehörige, Sponsoren wie Ströck sind essenziell für die Arbeit der NPO.


Herzkinder Österreich ist eine österreichweite Anlaufstelle für alle nichtmedizinischen Anliegen und Belange für herzkranke Kinder und deren Familien.

Gibt es sonst noch Spendenprojekte oder Kooperationen mit NPOs, über die Sie berichten möchten, und wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit NPOs?

Ströck: Kontinuität genießt bei uns beispielsweise auch der Life Ball, den wir mittlerweile bereits elf Mal unterstützt haben. Generell bedeutet die Zusammenarbeit mit NPOs für uns eine wichtige Bereicherung im ganz normalen Business- und Alltagsstress. Sie schärft wieder den Blick für die wirklich wichtigen Dinge im Leben.

Wer verantwortet bei Ströck die CSR-Aktivitäten, darf die Belegschaft mitentscheiden bzw. wie begeistert man die Belegschaft für die ausgewählten Projekte?
Ströck: Als Familie entscheiden wir hier gemeinsam – und jeder hat Projekte, die ihm oder ihr ganz besonders am Herzen liegen. Viele unserer Initiativen besitzen ja schon eine lange Tradition, wie etwa die Weihnachtsbim, der Life Ball oder die Unterstützung diverser SportlerInnen. Auch unsere MitarbeiterInnen verstehen sich als Teil unserer großen Familie: des Teams Ströck. Wir freuen uns, tolle Projekte gemeinsam erfolgreich umsetzen zu können. Denn: Jeder Einzelne von uns trägt zu diesem Erfolg bei.

Wie bewerten oder messen Sie den Erfolg von CSR-Projekten?
Ströck: Die rein quantitative Messung von CSR-Projekten ist für uns nicht so wichtig. Im Vordergrund stehen vielmehr qualitative Aspekte, wie zum Beispiel, ob bestimmte Initiativen zu unserer Unternehmens-Wertewelt passen oder wie MitarbeiterInnen, Kunden und Kooperationspartner diese Projekte auf- bzw. annehmen.

Was möchten Sie persönlich mit Ihrem Engagement erreichen?

Ströck: Ich denke, jeder von uns kann einen Beitrag leisten, um die Welt ein kleines Stück besser zu machen. Wenn es einem selbst gut geht, ist es doch eine Selbstverständlichkeit, wieder etwas zurückzugeben – vor allem jenen Menschen, denen es im Leben nicht so gut geht. Mir persönlich liegen die Kinder sehr am Herzen.

„Projekte wie ,Mama/Papa hat Krebs‘ stehen Kindern und Eltern bei einer Krebsdiagnose zur Seite und helfen bei der Bewältigung dieser schwierigen Zeit. Krebs kann schließlich jeden von uns treffen.“


Spenden für die Österreichischen Krebshilfe, Wien: Kreatives Malen und Basteln während der kindertherapeutischen Arbeit im Rahmen des Projekts „Mama/Papa hat Krebs“.

Was haben Sie persönlich aus der Kooperation für Ihr Business bzw. als Mensch gelernt?
Ströck: Mir hat es sehr geholfen, wieder den Blick auf das Wesentliche im Leben zu bekommen. Denn ganz ungewollt verschieben sich im Alltagsstress oftmals die Prioritäten. Anderen zu helfen, hilft immer auch einem selbst.

Warum hinkt Österreich Ihrer Meinung nach im internationalen Vergleich bei Unternehmensspenden und im Bereich gemeinnütziger Stiftungen nach? Was müsste sich ändern, damit sich mehr Unternehmer für das Gemeinwohl engagieren?
Ströck: In meiner persönlichen Wahrnehmung sind die ÖsterreicherInnen und auch die österreichischen Unternehmen sehr spendenfreudig, vor allem in Not- und Krisensituationen. Aber wahrscheinlich spielen die steuerlichen Rahmenbedingungen in diesem Zusammenhang für viele Unternehmen doch eine große Rolle.

Wirkt die hohe Steuerbelastung in Österreich kontraproduktiv? Ist die steuerliche Absetzbarkeit für Sie eine Motivation, zu spenden?
Ströck:
Für uns trifft das nicht zu. Ich kann aber nicht ausschließen, dass dieser Faktor für viele Unternehmen ein wichtiges Entscheidungskriterium darstellt. Die hohe Steuerbelastung ist in diesem Zusammenhang jedenfalls keine große Unterstützung – weder für Unternehmen noch für die jeweiligen NPOs/NGOs.

Hat man als Geschäftsführerin in wirtschaftlich schwierigen Zeiten überhaupt Zeit, sich über aktuelle humanitäre Krisen Gedanken zu machen?
Ströck:
Ich denke, das ist keine Frage von Zeit, sondern von Charakter. Jeder von uns sollte sich in Zeiten wie diesen darüber Gedanken machen und nicht einfach wegschauen

Redaktion: cpg -the corporate publishing group. Foto: Fotos Ströck, Lukas Lorenz
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