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UNTERNEHMEN ALS VERANTWORTLICHE AKTEURE

UNTERNEHMEN ALS VERANTWORTLICHE AKTEURE

Spenden ist für österreichische Unternehmen ein Thema: Rund 83 Prozent setzen sich in irgendeiner Form für die Gesellschaft ein, für 34 Prozent gehört ein Engagement für gemeinnützige Zwecke zur Unternehmensphilosophie und ist somit fester Bestandteil ihrer CSR-Strategie. Zu diesem Resultat kam das Marktforschungsinstitut Public Opinion in seiner aktuellen Studie über das Spendenverhalten österreichischer Unternehmen im Auftrag des Fundraising Verband Austria. „Meist ist die persönliche Haltung des Eigentümers beziehungsweise Geschäftsführers ausschlaggebend für gemeinnütziges Engagement“, weiß Bernhard Hofer, Geschäftsführer der Public Opinion.

 

Ganz oben auf der Spendenliste steht nach wie vor die Förderung von Kindern und Jugendlichen (56 Prozent). An zweiter Stelle kommt Sport (39 Prozent), gefolgt von der Rubrik Menschen mit Behinderung (37 Prozent) und sozial Bedürftige im Inland (34 Prozent). Jeweils rund ein Viertel der Befragten widmet seine Spende den Bereichen Bildung, Wissenschaft und Forschung (27 Prozent), Gesundheit (25 Prozent) sowie Kunst und Kultur (24 Prozent).

Sponsoring wird von 62 Prozent der befragten Unternehmen praktiziert, wobei auch hier Kinder und Jugendliche (35 Prozent) an erster Stelle stehen, gefolgt von Sportförderung (34 Prozent) und Kunst & Kultur (26 Prozent).

Durchschnittlich geben Unternehmen pro Jahr für Spenden 6.360,– Euro aus, das durchschnittliche, jährliche Sponsoring liegt bei knapp über 3.000,– Euro. Für internationale Hilfsprojekte engagieren sich vorwiegend global operierende Unternehmen. „Das gehört für exportorientierte Betriebe einfach zur Imagepflege“, so Hofer.

 

Gesellschaftliches Engagement als Unternehmenskultur

Für viele ist gesellschaftliches Engagement bereits ein bedeutsamer Teil ihrer Unternehmenskultur. Bei der Wahl der im Fokus stehenden Hilfsorganisationen tendieren 48 Prozent allerdings vermehrt zu bewährten Kooperationen und spenden regelmäßig und langfristig für dieselbe Organisation, 38 Prozent der Befragten hingegen entscheiden von Jahr zu Jahr stets neu. Werden bei bekannten Hilfsorganisationen die Kriterien für Unterstützungsleistungen nicht so streng angewendet, gelten bei privaten Initiativen andere Richtlinien. Vertrauen und Verlässlichkeit sind hier wichtig und auch die persönliche Bekanntschaft ist mitunter entscheidend. Hier wählen Unternehmen oft jene Spendenprojekte, die in Zusammenhang mit ihrem Geschäftsgegenstand stehen.

 

Vor allem für Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten sind Transparenz, Tätigkeitsfeld sowie die überzeugende Darstellung gemeinnütziger Projekte der Organisationen ausschlaggebend für ihr Spendenverhalten. Hauptmotive für die Unterstützung sind dabei allen voran die humanitäre und weltanschauliche Einstellung des Unternehmens sowie der Wunsch, der Gesellschaft etwas zurückgeben zu wollen. Viele planen daher Spenden fix in ihrem Budget ein. Bei Großunternehmen trifft dies immerhin auf rund 73 Prozent zu, bei Kleinunternehmen sind es rund 38 Prozent. Im Wesentlichen setzen Unternehmen dabei Geldspenden ein. Jedes zweite Unternehmen engagiert sich hingegen mit Sach- und Produktspenden, auch in Form von Corporate Volunteering. Hier werden Mitarbeiter für den Einsatz ausgewählter gemeinnütziger Projekte freigestellt. Pro-bono-Leistungen, bei denen professionelle Arbeit entweder ohne oder mit stark reduzierter Bezahlung dem Gemeinwohl zugutekommt, werden meist von Kleinunternehmen zur Verfügung gestellt.

 

Positive Resonanz für fixe Spendenzusagen

Der anhaltende Trend aus Übersee, mindestens ein Prozent des Gewinns für gemeinnützige Zwecke zu spenden, erfährt laut Studie auch in Österreich größtenteils positive Resonanz. Beim Verweis darauf, dass soziale und gemeinnützige Organisationen aufgrund immer größerer Dramen immer weniger Menschen unterstützen können, sehen sich viele Unternehmen in der Verantwortung. Auch hier gilt: Je regionaler man verankert ist, desto stärker wird diese Verantwortung wahrgenommen. Insgesamt bestätigt die Befragung den Eindruck, dass Spendenaktivitäten immer stärker in den strategischen Fokus der österreichischen Unternehmen geraten. Dennoch: Auch wenn schon viel getan wird – es könnte noch mehr sein.

 

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