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SOZIALE  VERANTWORTUNG GEHT UNS ALLE AN

SOZIALE VERANTWORTUNG GEHT UNS ALLE AN

Jede*r, der Erfolg hat, sollte davon auch etwas der Gesellschaft zurückgeben. Das gilt natürlich auch für das Unternehmen Drei, sagt Geschäftsführer Jan Trionow im Interview. 

Herr Trionow, gesellschaftliche Unternehmensverantwortung ist mittlerweile wichtiger Bestandteil der Unternehmensstrategie. Ist das Thema Ihnen auch ein persönliches Anliegen?
Jan Trionow: Ja, das ist es. Mir ist es jedoch wichtig, zu betonen, dass persönliches Engagement bereits mit dem eigentlichen Geschäft anfängt. Wir erzielen einen geschäftlichen Nutzen mit einer gesellschaftlichen Tätigkeit und praktizieren ethisches Verhalten im Geschäftsalltag. Darüber hinaus sollte aber jeder, der Erfolg hat, auch etwas davon der Gesellschaft zurückgeben. Das gilt natürlich auch für das Unternehmen Drei. Deshalb unterstützen wir mit unserer sozialen Initiative „Drei Hilft“ in Zusammenarbeit mit Partnern und Institutionen Menschen in Österreich, die Hilfe benötigen.

Darunter fällt auch jeweils die Spendenaktion im Winter, die Sie seit einigen Jahren zugunsten der Caritas organisieren. Die ersten Teller Suppe kochen und verteilen Sie stets ­gemeinsam mit dem Caritas-Wien-Generalsekretär Klaus Schwertner beim Canisibus in Wien. Welche Erfahrung haben Sie bisher dabei gemacht?
Trionow: Für viele Menschen in Not ist diese karitative Einrichtung von großer Bedeutung und eine zuverlässige Hilfe. Ermöglicht wird der Suppenbus einerseits durch Spenden und andererseits durch Freiwilligenarbeit. Gerade diese freiwillige Leistung verdient meines Erachtens großen Respekt, da die Menschen, die sich hier tatkräftig engagieren und helfen, dies neben ihren eigentlichen Tätigkeiten tun. Ich persönlich mache mit, da es mir wichtig ist, zu sehen, wie so eine Aktion auch tatsächlich ankommt. Das schafft für mich auch eine gewisse Erdung, die sich auch aus den Gesprächen mit den Gästen ergibt. Hier wird stark deutlich, wie viele unterschiedliche Wege es in die Armut geben kann. Nachdem ich in den letzten Jahren schon mehrmals beim Kochen und Verteilen der Suppe beim Canisibus dabei war, sehe ich leider auch immer wieder bekannte Gesichter unter den Gästen. Das ist einerseits schön, zeigt aber auch, wie schwer es für viele ist, aus dieser Armutssituation wieder herauszufinden.

 

Nach welchen Kriterien wählen Sie NPOs für Ihre Spenden­projekte?
Trionow: Generell legen wir bei der Auswahl Wert auf eine gute partnerschaftliche und langfristige Zusammenarbeit, bei der wir nicht nur Geld spenden, sondern auch aktiv etwas beitragen. Mit Organisationen wie Mosaik, VinziRast, Pro Juventute, SOS Kinderdorf und vielen anderen NPOs engagieren wir uns bereits seit einigen Jahren gegen Armut, gegen Gewalt an Frauen und Kindern, für Menschen mit Behinderung und für Bildung. Sei es durch die Finanzierung konkreter Projekte oder die Übernahme von Kommunikationskosten in den Einrichtungen. Darüber hinaus engagieren wir uns als UNICEF-­Nothilfepartner weltweit für Kinder in Krisengebieten.

 

Viele Unternehmen haben sich freiwillig selbst verpflichtet, einen bestimmten Prozentsatz zu spenden. So spendet beispielsweise die Saft- und Smoothie-Marke „innocent“ jährlich mindestens 10 Prozent des Gewinns für den guten Zweck. Was halten Sie davon?
Trionow: Generell ist jede Form von gesellschaftlichem Engagement gut und zu begrüßen. Aber jedes Unternehmen findet seinen eigenen Ansatz, wie es sich gesellschaftlich engagieren möchte. Für uns ist beim sozialen Engagement das Wichtigste, dass wir eine gute Partnerschaft mit den Organisationen aufbauen und dort auch ein zuverlässiger Partner sind bei den Projekten, die wir un­terstützen. Das ist auch der Grund, warum wir uns entschieden haben, das Hilfsbudget nicht unmittelbar an wirtschaftlichen Erfolg zu koppeln, sondern ein gewisses fixes Budget für „Drei Hilft“ zu reservieren und im Rahmen dessen eben auch gute Projekte zu finanzieren und unterstützen.

 

Worin liegt Ihrer Ansicht nach der Mehrwert des gesellschaftlichen Engagements für Ihr Unternehmen?
Trionow: Die Firma sind de facto ihre Mitarbeiter, die gleichzeitig Teil der Gesellschaft sind. Das, was wir für die Gesellschaft tun, kommt also wiederum dem Unternehmen und seinen Mitarbeitern zugute. Natürlich profitieren wir davon, dass Österreich sich wirtschaftlich gut entwickelt und ein gutes Umfeld bietet – was wir brauchen, um als Wirtschaftsunternehmen auch erfolgreich sein zu können.

 

Und worin liegt der Mehrwert für den einzelnen Mitarbeiter?
Trionow: Das ist ein wichtiger Faktor, schließlich ist es immer mehr Mitarbeitern wichtig, einer sinnvollen Tätigkeit nachzugehen. Ihnen das zu bieten, ist Teil unseres Employer Brandings. Das beinhaltet einerseits natürlich den wirtschaftlichen Aspekt, den ich erwähnt habe, und andererseits die sozialen Aktivitäten, die wir als Firma rundherum veranstalten. Unsere Initiative „Drei Hilft“ spielt hier eine wesentliche Rolle. Wir wollen, dass unsere Mitarbeiter gerne hier arbeiten und auch stolz auf das Unternehmen sind.

Fördern Sie das soziale Engagement Ihrer Mitarbeiter?
Trionow: Ja, wir fördern Corporate Volunteering bei den Projekten, die wir mit „Drei Hilft“ finanzieren. Hier gibt es immer wieder Aktionen, bei denen unsere Mitarbeiter in ihrer Freizeit mithelfen und mit­anpacken. Unsere freiwilligen Helfer und ich haben beispielsweise den Garten der Zweiten Gruft, des Caritas-Tageszentrums für ­obdachlose Menschen, gemeinsam mit Gästen der Einrichtung ­revitalisiert und einen Pavillon aufgebaut. Wichtig bei diesen ­Corporate-Volunteering-Aktivitäten ist natürlich das gemeinsame Arbeiten und der gemütliche Ausklang, bei dem dann viel kommuniziert wird. Dadurch entsteht ein ganz besonderer Teamgeist im Unternehmen und vor allem ein Verständnis für Notsituationen, wodurch etwaige Berührungsängste abgebaut werden können. Wir fördern aber auch ganz unbürokratisch Aktionen, die unsere Mitarbeiter privat initiieren. Zum Beispiel in der Weihnachtszeit, wenn es darum geht, Geschenke für Kinder in Heimen oder sozialen Einrichtungen zusammenzustellen oder auch Spenden für Menschen in Not zu sammeln. Solche Aktionen sind in unserem Unternehmen recht häufig und selbstverständlich unterstützen wir diese auch.

 

Sie haben vorhin das Thema Teamgeist angesprochen: Als Telekommunikationsbetreiber waren Sie ja gerade während des Lockdowns aufgrund der Corona-Pandemie stark im Einsatz. Haben Sie das Gefühl, dass sich in Ihrem Unternehmen durch diese Ausnahmesituation ein stärkeres Gemeinschaftsgefühl entwickelt hat?
Trionow: Ich denke, wir haben ein großartiges Team und haben die Qualität unserer Mitarbeiter in diesen außergewöhnlichen Zeiten wieder bewiesen. Worauf wir besonders stolz sind, ist, dass wir als Unternehmen, das ja eine der kritischen Infrastrukturen des ­Landes bereitstellt, während des Lockdowns ein hohes Maß an Leistung aufgebracht haben. Das hat von unseren Mitarbeitern ­natürlich viel abverlangt, da viele Bereiche an die Gegebenheiten angepasst werden mussten. Auch ich bin kurzfristig für den aus­gefallenen Sprecher unserer Werbekampagne eingesprungen. ­Flexibilität war eben das Gebot der Stunde. Und dass alles so gut geklappt hat und wir den Betrieb während der ganzen Zeit aufrechterhalten konnten, verdanken wir dem starken Einsatz und Zusammenhalt unserer Mitarbeiter. Diese Stärke wollen wir natürlich auch für die Zukunft mitnehmen.

 

Denken Sie, dass sich unser Wertesystem aufgrund der Ausnahmesituation stark verändert hat?
Trionow: Ich denke schon, dass es bei unserem Wertesystem eine Veränderung gegeben hat. Gerade die Themen Vertrauen, Hilfsbereitschaft, Zusammenhalt sind stärker in den Mittelpunkt gerückt und haben gezeigt, wie wichtig es ist, zu kommunizieren und miteinander in Kontakt zu bleiben. Diese Besinnung auf das Wesentliche ist durchaus ein positiver Aspekt, den wir dem Ausnahmezustand abgewinnen können.

 

Die Coronavirus-Pandemie hat dem Transformationsprozess zur Digitalisierung einen massiven Schub gegeben. Glauben Sie an eine dauerhafte Entwicklung oder wird es nach der Rückkehr zur Normalität einen schnellen Rückfall in gewohnte Strukturen geben?
Trionow: Der Trend war bereits im Vorjahr sichtbar, aber natürlich hat die Digitalisierung aufgrund der Corona-Pandemie einen gehörigen Schub bekommen. Ich glaube nicht, dass sich diese Entwicklung abschwächen wird, da gerade jetzt viele Erkenntnisse gewonnen wurden. Beispielsweise haben viele Unternehmen gesehen, wie wichtig digitale Kommunikation für ihr Geschäft ist, und dass es mit der richtigen Technologie ebenso möglich ist, von zu Hause aus produktiv und effektiv zu arbeiten. Hier hat der starke Anstieg der Videotelefonie um 230 Prozent gezeigt, welche wichtige Rolle diese Art der Kommunikation während des Lockdowns gespielt hat. Der digitale Transformationsprozess ist letztlich auch für die Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Wirtschaft und Industrie von immenser Bedeutung. Wir als Drei werden künftig einen noch aktiveren Beitrag dazu leisten.

 

Welche Erkenntnisse haben Sie aus dieser Zeit gewonnen?
Trionow: Uns hat der Ausnahmezustand gezeigt, wie wichtig ein gemeinsamer Zweck und manchmal auch eine gewisse Dringlichkeit sind, um eine hohe Leistung zu erreichen. Dabei geht es nicht nur um die eigene Leistung, sondern auch um die Anerkennung und Wertschätzung von dem, was andere Menschen in schwierigen Situationen bewältigen.

 

 

Zur Person:

Jan Trionow beendete 1997 sein Studium der Elektrotechnik/Telekommuni­kation an der Technischen Universität Dresden, Deutschland. Seine berufliche Laufbahn begann 1996 bei Philips UK und verlief über mehrere Positionen u. a. bei Mannesmann Eurokom GmbH und Vodafone Europe Ltd., bis er 2001 als Director of Core Network zu Hutchison Drei Austria wechselte, wo er am Aufbau der Firma als führender Mobilfunkanbieter in Österreich mitwirkte. Es folgten verschiedene Managementpositionen innerhalb des Unternehmens mit Fokus auf Network-Rollout, bevor Jan Trionow 2004 zum CTO avancierte und 2010 als CEO die Leitung von Hutchison Drei Austria übernahm. Mit der Übernahme von Orange Austria 2012 trat Hutchison Drei Austria in die nächste Unternehmensphase ein und etablierte sich endgültig als Full-Service-Mobilfunkanbieter am österreichischen Markt. Durch die Übernahme von Tele2 Austria im Jahr 2017 wurde Drei dann zum führenden alternativen Telekom­anbieter in Österreich, der Festnetz und Mobilfunk mit eigener Infrastruktur aus einer Hand anbieten kann.

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