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„Jeder sollte dazu beitragen, die Welt ein bisschen besser zu machen“

„Jeder sollte dazu beitragen, die Welt ein bisschen besser zu machen“

Horst Leitner, CEO von HOFER, erzählt, warum gesellschaftlicher Zusammenhalt und ein funktionierendes Gemeinwesen Voraussetzungen für ein gutes Miteinander sind, welche Sozialprojekte er fördert und was er selbst für eine bessere Welt tut.

Herr Leitner, Ihr beruflicher Werdegang ist beeindruckend, Ihr geschäftlicher Erfolg enorm. Wie wichtig ist Ihnen persönlich gemeinnütziges Engagement?

Horst Leitner: Nachhaltigkeit und soziales Engagement liegen mir seit jeher am Herzen. Daher ist es mir wichtig, dass soziales Engagement und Nachhaltigkeitsmaßnahmen auch in unserem Unternehmen fix implementiert, umgesetzt und ausgebaut werden.
Gesellschaftlicher Zusammenhalt und ein funktionierendes Gemeinwesen sind Voraussetzungen für ein gutes Miteinander – im beruflichen wie im privaten Umfeld.

Welche Bereiche finden Sie hier besonders spannend und welche Erfahrung haben Sie selbst bisher  geprägt?

Besonders beeindruckend sind für mich schon immer – nicht erst seit diesem starken Unwetter-Sommer – Organisationen wie die freiwillige Feuerwehr und das Rote Kreuz. Die freiwilligen Helfer leisten Unglaubliches, wenn Hilfe gebraucht wird, und diesen Einsatz kann man nicht oft genug hervorheben. Auch privat stoße ich oft auf kleinere Organisationen in Österreich, wie etwa BRAVEAURORA, wo mit viel persönlichem Einsatz und Idealismus für die Verbesserung der Lebensbedingungen für Frauen und Kinder in Afrika gekämpft wird. Als besonders wichtig sehe ich außerdem die Zusammenarbeit von Unternehmen mit NGOs, wie z. B. Greenpeace – auch wenn dies für die Unternehmen oft herausfordernd sein kann.

Welchen Stellenwert hat die gesellschaftliche Verantwortung in Ihrem Unternehmen?

Gesellschaftliches Engagement ist fester Bestandteil unserer Unternehmensphilosophie. Wir sind der Meinung, dass jeder Akteur einen Teil dazu beitragen sollte, um die Welt Stück für Stück ein bisschen besser zu machen. Community Engagement als Teil unserer Nachhaltigkeitsinitiative „Heute für Morgen“ hat einen hohen Stellenwert.
HOFER ist es ein Anliegen, jenen Menschen zu helfen, die auf Unterstützung angewiesen sind und fördert deshalb bereits seit Jahren zahlreiche Sozialorganisationen, Projekte und Kooperationen.

Sie sind seit 27 Jahren in der Unternehmensgruppe tätig. Wie sehr haben sich in diesem Zusammenhang die Wertehaltungen verändert?

Verantwortungsvolles Handeln gegenüber Mensch und Umwelt hat uns stets bei all unseren Aktivitäten begleitet. Seit 2013 bündeln wir dieses Engagement im Sozial- und Umweltbereich in unserer Nachhaltigkeitsinitiative und erweitern diese laufend um spannende Projekte. Insbesondere in den letzten Jahren ist nachhaltiges Denken noch weiter ins Zentrum des unternehmerischen Handelns gerückt. HOFER setzt besonderes Augenmerk auf das Thema Nachhaltigkeit, und zwar nicht erst seit der nun häufig thematisierten Klimakrise.

Was ist nötig, damit die Umwelt heute schon besser geschützt und die Welt auch für nachfolgende Generationen intakt bleibt?

Uns ist es ein Anliegen, dass künftige Generationen in einer lebenswerten Welt aufwachsen können. Es muss jeder selbst Verantwortung übernehmen und die Auswirkungen seines Handelns auf Mensch und Umwelt berücksichtigen. Extreme Wetterereignisse wie lange Dürreperioden, Waldbrände und starke Regenfälle sowie Überschwemmungen haben auch immense Auswirkungen auf die Lebensmittelproduktion.

Welchen Beitrag zum Klimaschutz kann die Lebensmittelindustrie leisten?

Als Teil der Unternehmensgruppe Aldi Süd verfolgen wir als erster Diskonter weltweit wissenschaftlich überprüfbare Klimaziele und reduzieren unsere betrieblichen Emissionen bis 2025 um mehr als 25 Prozent gegenüber 2016. Bis 2025 weiten wir das Angebot an klimaneutralen Artikeln im Sortiment laufend aus. Wir sind uns bewusst, dass ein Großteil der CO2-Emissionen bei der Produktion unserer Artikel anfällt. Bei diesen Produkten arbeiten wir zunächst mit unseren Lieferanten an der Reduktion und Vermeidung der CO2-Emissionen entlang der Lieferkette. Die  dennoch unvermeidbaren Emissionen werden durch ausgewählte Klimaschutzprojekte kompensiert.
Neu projektierte Filialen werden zu 100 Prozent CO2-emissionsfrei betrieben – durch Effizienzsteigerungen sowie den Einsatz von erneuerbaren Energien. Da sich pflanzliche Lebensmittel weit weniger schädlich auf das Klima auswirken als tierische, vergrößern wir bis 2025 unser vegetarisches und veganes Angebot auf 300 Produkte.
Nicht zuletzt spenden 100 Prozent unserer Filialen überschüssige Lebensmittel an regionale karitative Einrichtungen.Dadurch wird Lebensmittelverschwendung verhindert und das Klima geschont.


Als CEO von HOFER legt Horst Leitner großen Wert auf Nachhaltigkeit und soziales Engagement. Für eines seiner Spendenprojekte gab es 2020 den „Wirtschaft hilft!“ Award

Ihr Unternehmen wurde 2020 mit dem Aktion „Wirtschaft hilft!“-Award für die langjährige Partnerschaft mit dem Neunerhaus Gesundheitszentrum ausgezeichnet. Worauf legen Sie bei der  Wahl von Spendenprojekten besonderen Wert?

Wir legen unseren Fokus auf Projekte in den Bereichen Gesundheit, Ernährung und Bewegung, soziale Bedürftigkeit und Armutsbekämpfung sowie Umweltschutz und nachhaltige Landwirtschaft. Mit der Nähe zu unserem Kerngeschäft sehen wir hier viel Potenzial für eine Zusammenarbeit mit Mehrwert für die Gesellschaft.
Wir setzen dabei auf langfristige Kooperationen mit professionellen und verlässlichen Partnern.

Worin liegt der Mehrwert des sozialen Engagements für Ihr Unternehmen – und für einzelne Mitarbeiter?

Viele Menschen leben unter schwierigen Lebensumständen und sind auf Hilfe angewiesen. Wir sind uns unserer Verantwortung gegenüber der Gesellschaft bewusst und tragen unseren Teil bei, um hilfsbedürftigen Menschen unter die Arme zu greifen. Durch unser breites Corporate Volunteering-Angebot ermöglichen wir es jeder einzelnen Mitarbeiterin und jedem einzelnen Mitarbeiter, sich auch selbst sozial zu engagieren und die Arbeitsbereiche unterschiedlicher Sozialorganisationen kennenzulernen.

Was genau kann man sich unter diesem Corporate Volunteering vorstellen?

Damit ermöglichen wir unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, sich innerhalb der Arbeitszeit sozial zu engagieren. Ziel ist es, ihnen bis 2025 mehr als 10.000 Stunden bezahlte Arbeitszeit für ausgewählte soziale und umweltbezogene Themen zu ermöglichen. Umgerechnet entspricht das rund 260 Arbeitswochen, die wir dem guten Zweckwidmen.

Was halten Sie von einer freiwilligen Selbstverpflichtung eines Unternehmens zum Spenden – etwa mindestens ein Prozent vom Umsatz oder 1,5 Prozent vom Betriebsergebnis?

Eine karitative Einstellung zu haben bzw. der Wunsch, Gutes zu tun, sollte im Interesse  jedes wirtschaftlich gesunden Unternehmens liegen. Eine Verpflichtung, zu spenden, erachte ich als nicht sinnvoll. Eine freiwillige Selbstverpflichtung kann jedoch ein guter Weg sein, den eigenen karitativen Zielen näher zu kommen.

Sie haben in Wien Welthandel studiert, sind beruflich viel herumgekommen. Wissen Sie noch, was Sie als kleiner Bub werden und wie Sie die Welt verbessern wollten?

Als kleiner Bub habe ich davon geträumt, Pilot zu werden. Ich wollte schon immer möglichst viele  spannende Orte der Welt entdecken und andere Länder und Kulturen kennenlernen. Das Bewusstsein, selbst etwas beitragen zu können, um die Welt zu verbessern, kam sowohl im Laufe meiner Ausbildung als auch während meiner beruflichen Laufbahn und den internationalen Einsätzen.

Was liegt Ihnen heute besonders am Herzen – als Unternehmer und als Mensch?

Für mich ist es ein Privileg, ein Unternehmen leiten zu dürfen, das soziale, ökologische und  ökonomische Verantwortung in seiner DANN fix verankert hat. Unser Ziel ist es, so zu handeln, dass wir unsere Ressourcen schonend und nachhaltig nutzen, um einerseits unsere Bedürfnisse der Gegenwart zu befriedigen und andererseits auch, um künftigen Generationen eine natürliche Regenerationsfähigkeit zu ermöglichen. Ein ganz zentrales Thema dabei ist der Klimawandel.
 Klimaschutz geht uns alle an – uns Unternehmer sowie uns Privatpersonen. Als Großvater ist es mir ein besonderes Anliegen, die Welt so wunderbar an die nächsten Generationen zu übergeben, wie ich sie erleben darf.

Zur Person

Horst Leitner ist seit 2018 Generaldirektor der HOFER KG sowie CEO der HOFER S/E Gruppe, die mit rund 4,6 Milliarden Euro Umsatz und etwa 20 Prozent Anteil den dritten Platz im heimischen Lebensmittel-Einzelhandel einnimmt. Bei der Profitabilität (Umsatz je Quadratmeter Verkaufsfläche) ist HOFER gar führend.
Internationale Erfolge
Der heute 55-Jährige studierte in Wien Welthandel, heuerte kurz bei IBM an und war danach 28 Jahre bei ALDI Süd tätig, zuletzt in den USA, wo er den Umsatz in nur sieben Jahren fast verdreifachte.
Große Verantwortung
Gemeinsam mit seinem Team ist Horst Leitner für fünf Länder, mehr als 1.100 Filialen und rund 25.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verantwortlich.

www.hofer.at

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